Auf dieser Seite werden wir im Lauf der Zeit unsere Erfahrungen und unser Wissen über das Segeln mit Kind mit euch teilen.

Bedürfnisse von Kindern beim Segeln
Unser jüngstes Crewmitglied wird als schwächstes Glied massgeblich unsere Entscheidungen bezüglich Route, Geschwindigkeit und Landaufenthalte mitbestimmen. Und so ist Ella (Jg. 2010) in Wirklichkeit nicht einfach nur das Bordmädchen, sondern eine Persönlichkeit deren Stimme, Befinden und Bedürfnis mindestens so viel wiegen, wie das von uns Erwachsenen.

Es wird Situationen geben in denen ihre Bedürfnisse warten müssen. Nämlich dann, wenn wir uns akut um die Sicherheit von uns und unserem Boot kümmern müssen. Unsere Erfahrung beim Segeln mit Kind zeigt, dass Kinder sehr genau spüren, wann sie ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und gehört werden zurückstellen müssen, damit Mama und Papa sich dem Segeln oder anderen wichtigen Dingen an Bord widmen können. Kinder sind vollwertige Mitglieder einer Familiencrew. Je älter sie werden, desto mehr können  und sollen sie in die Aufgaben an Bord einbezogen werden. (Eigentlich genau wie zu Hause.)

Schule und Schulanwesenheitspflicht in Deutschland
Deutschland ist das einzige Land Europas in dem es eine Schulanwesenheitspflicht und nicht nur eine Bildungspflicht gibt. Das heisst, dass jedes in Deutschland lebende Kind zur Schule gehen muss.
Ella ist zum Zeitpunkt des Ablegens ein Grundschulkind. Wir werden mit ihr an Bord die zweite Klasse bestreiten. Das deutsche Schulgesetz sagt, dass ein Schulleiter ein Grundschulkind bis zu einem Jahr von der Schulanwesenheitspflicht freistellen kann. Mittlerweile haben wir Bescheid bekommen, dass Ella für dieses Jahr von der Schulanwesenheitspflicht entbunden ist.
Kinder die länger als drei Wochen an einem einzigen Ort im Ausland leben, müssten vor Ort die Schule besuchen. Für Kinder von im Ausland arbeitenden Eltern, auch wenn diese Arbeit nicht für mehrere Monate am selben Ort stattfindet, ist es grundsätzlich etwas leichter von der Schulanwesenheitspflicht entbunden zu werden.
Um grössere Kinder ab der fünften Klasse für längere Zeit aus der Schule zu bekommen scheint deutlich schwieriger zu sein. Doch davon sollte man das Projekt Reisen mit Kindern nicht fallen lassen. In diesem Fall besteht die Möglichkeit das Kind und einen Elternteil aus Deutschland abzumelden. So entfällt zwar das Kindergeld und man muss sich gut bezüglich der Krankenversicherung bei Wiederanmeldung in Deutschland erkundigen, doch es besteht kein Grund wegen schulpflichtigen Kindern nicht zu reisen.

Seekrankheit bei Kindern
Leider ist Ella nun in einem Alter wo sie offenbar seekrank wird. Je länger der Aufenthalt auf dem Boot dauert, desto besser kommt Ella mit der Bootsbewegung zurecht. Wir verwenden Akkupressurarmbänder, Vitamin C und schon mal einen Viertel Tablette Stugeron. Grundsätzlich geht es Ella nach dem erstmaligen Erbrechen und/oder nach einem ausgiebigen Schläfchen deutlich besser und sie ist wie ausgetauscht.

Sicherheit an Bord: Rettungsweste oder Klettergurt
Unser Bordmädchen besitzt beides. Im Moment zieht sie klar den Klettergurt vor, da er sie weniger behindert. Wir verbinden sie über einen Lifebelt mit dem Boot, sodass sie auf keinen Fall über Bord fallen kann. Als Eltern darf man nicht müde werden den Kindern die Notwendigkeit dieses Anbindens „wie einen Hund“, wie Ella manchmal reklamiert, zu erklären. Selber mit gutem Beispiel vorangehen hilft natürlich auch hier.