Bei unserem letzten Aufenthalt in der Türkei wollten wir von drei Wochen zwei Wochen mit Freunden aus der Schweiz segeln. Durch Stephans Blinddarmentzündung und Operation kam es dann etwas anders. Die Vorbereitungen und das Abarbeiten unserer To Do Liste geriet massiv ins Stocken. Nach etwas hin und her überlegen reisten Jimmi und Marietta dennoch wie geplant in die Türkei. Sie verbrachten ein paar Tage in Antalya und bezogen dann etwas später als geplant die Gästekoje auf Trinity. Die Beiden waren die ersten Gäste auf Trinity, die zum Segeln (und nicht nur zum Arbeiten) kamen. Ohne dass es ihnen so richtig bewusst war, waren sie dadurch teil vieler historischer Momente der Crew Trinity.  Natürlich verbrachte schon meine Mutter und Stephans Bruder Zeit mit uns auf Trinity, doch gereist sind wir mit Trinity zum ersten Mal mit Jimmi und Marietta. Wir waren sehr froh über vier Hände mehr an Bord und um das fachliche Wissen des schon segelerfahrenen Skippers Jimmi. Mit ihm und Marietta verbrachte ich 2009 nach längerer Segelabstinenz einen wunderbaren Törn in Korsika/Sardinien und wusste worauf ich mich einlasse.

Wenn man Menschen auf das eigene Boot einlädt und sich diesen engen Raum Tag und Nacht teilt, sollt man sich sicher sein, dass es  möglichst zu keinen nervenaufreibenden und anstrengenden Spannungen kommt. Sonst wird das ganz schnell zum Master of Desaster. Als Schwiegervater meines Bruders kannte ich Jimmi schon länger und so eben auch seine Partnerin Marietta. Da ich beide auch segelnderweise erlebt hatte, hatte ich keinen Zweifel, dass die Beiden für die ersten Segelschritte mit unserer Trinity genau die Richtigen waren.

Es war die richtige Entscheidung sich segeltechnisch Hilfe und Unterstützung an Bord zu holen. Doch wir teilten uns nicht nur die Segelarbeit, sondern auch kochen, spülen, putzen, einkaufen, die Betreuung von Ella und zum Glück den Raki. So waren das klar machen von Trinity, das erste Ablegen zur mehrtägigen Reise, das erste Ankern, das erste Schlafen in einer Bucht, das erste Anlegen in fremden Häfen, das erste Beidrehen, das erste Reffen, die zahlreichen Mann über Bord Manöver, Wenden und Halsen, das mehrmalige Erbrechen des Bordmädchen Ella und auch die vielen Anlegebiere und Ankertrunke weitaus entspannter als wenn Stephan, ich und Ella das alles alleine gemacht hätten. Ehrlich gesagt waren wir auch mit Jimmi und Marietta aufgeregt genug. Doch ohne sie wäre ich vor dem Ablegen vor lauter Aufregung wahrscheinlich statt drei mal doppelt so oft aufs Klo gerannt. Manchmal muss es so ausgesehen haben als würde ich mich vor dem Abwasch drücken nach dem Essen. Doch ich kann euch versichern, dass abwaschen in diesen Momenten nicht mein vordergründiges Thema war. Die Frage war eher, ob ich schnell genug auf dem Klo sitze. Ja auch das hab ich jedes Mal erfolgreich geschafft.

Unser Boot ist jetzt nicht so klein, doch es ist eben auch nicht mit Wohnung oder Haus an Land zu vergleichen, da es oft sehr wenig Ausweismöglichkeiten gibt. Erstaunliche ist jedoch, dass sich so ein schwimmendes zu Hause mit den richtigen Menschen an Bord eben nicht zu eng anfühlt.

Danke Jimmi und Marietta für all eure Unterstützung und euer bereicherndes Wesen. Wir haben all unsere seglerischen ersten Male auf Trinity gerne mit euch geteilt.

Crew Trinity Juni 2017